Bildrechte

von Manfred Hirt

Kürzlich hatten wir einen Gast bei uns der über das Thema Bildrechte referierte. Wir erfuhren, dass es unzählige gesetzliche Bestimmungen gibt, mit denen geregelt werden soll, was wir warum nicht fotografieren dürfen.

Da sind zunächst einmal die handfesten wirtschaftlichen Interessen von Rechteinhabern. Die Vermarktung bestimmter Ansichten ist ein einträgliches Geschäft. Ferner haben natürlich Privatpersonen das Recht selbst zu entscheiden ob sie von uns abgelichtet werden oder nicht. Insbesondere wissen die Menschen, die wir heimlich fotografieren in der Regel nicht wie diese Aufnahmen anschließend weiter verbreitet werden.

Bei der teils heftigen Diskussion während des Vortrages wurde deutlich, wie groß die Verunsicherung ist. Dies liegt auch in der Tatsache der teils vielschichtigen Definitionsmöglichkeiten von Vorschriften begründet. Gerichte sind ständig damit beschäftigt, diesen Graubereich schärfer abzugrenzen. Zeitweise kam das Gefühl auf, nur noch mit dem Gesetzbuch in der Hand auf Fotopirsch gehen zu können. Das Geflecht der Verbote und Einschränkungen schien immer undurchdringlicher zu werden.
Zugegeben, die Möglichkeiten heutzutage mit Bildern Unfug und Gaunerei zu betreiben sind vielschichtig. Insofern sind wir Opfer unseres eigenen Fortschrittes.

Aber wo bleiben da wir Hobbyfotografen, die wir nur schöne, ausgefallene und künstlerisch wertvolle Aufnahmen machen und uns und die Betrachter damit erfreuen wollen?
Klar ist, wir können uns nicht über bestehendes Recht hinwegsetzen. Und, wir sollten stets versuchen, uns in die Rolle derjenigen hinein zu versetzen die wir ablichten wollen.

Für unsere tollen Bilder müssen wir künftig noch genauer hinzuschauen. Bei fraglichen Motiven bleibt uns nichts anderes übrig als aus unserer Anonymität aufzutauchen und mit den Menschen in Kontakt zu treten. Evtl. kommen wir auf diesem Weg nicht nur weiterhin zu unseren besonderen und prägnanten Bildern, sondern knüpfen auch noch den einen oder anderen positiven, menschlichen Kontakt. Enttäuschungen natürlich inklusive.

Auch wenn wir künftig immer mehr auf die überall ausliegenden Fallstricke achten müssen, werden wir uns den Spaß an unserem spannenden und kreativen Hobby auf keinen Fall nehmen lassen.

Auf einen weiterhin guten Blick und kreative Ideen

 

Manfred Hirt