Mit einfachen Mitteln zum ungewöhnlichen Bild

Anlässlich des 10-jährigen Gründungsjubiläums widmete uns die Esslinger Zeitung ein umfangreiches Porträt:

Von Hans-Joachim Hirrlinger

Fotofreunde heißt der Altbacher Verein nicht zufällig: In ihm treffen sich Freunde der Fotografie, sie pflegen und optimieren das gemeinsame Hobby und sind darüber teilweisesogar zu Freunden geworden. „Wir sind ein Verein zur Förderung der Fotografierkunst“, sagt ihr Vorsitzender Manfred Hirt. Deshalb steht dieser Hinweis auch in der Satzung:„Der Name ist Programm.“ Dieses Programm entwickelte sich vor 25 Jahren aus Fotokursen des heutigen Ehrenvorsitzenden Dieter Klockenhoff. Eine Gruppe von Fotofreunden traf sich regelmäßig, um aus der kritischen Bewertung ihrer Dias zu neuen Motiven zu finden und sich technisch zu verbessern.„Da wurde einmal pro Monat über Fotografie gesprochen und gegenseitig bekrittelt“, erinnert sich Klockenhoff. Motiv, Licht, Perspektive, das sind noch heute die Kriterien imVerein, der inzwischen seit zehn Jahren besteht. Nur die Fototechnik hat sich von der analogen weitgehend zur digitalen verändert. Einfache Tricks helfen Die freundschaftliche, aber kritische Auseinandersetzung mit den Arbeiten der anderen ist immer noch Programm. Zu den „Monatsbildern“ bringe jeder mit, was ihm am Herzen liegt, sagt Hirth. Kreativität und das gute Bild zählen hier. Für die „Quartalsbilder“ gibt es thematischeSchwerpunkte wie „Spiegelungen“. Die Grenzen bestimmen Makro und Tele oder die Vorlieben für Stillleben, Form und Bewegung. Klockenhoff sagt: „Ich bin keinFreund der Bildbearbeitung. Das geht mir zu weit weg von der reinen Lehre. Ich mag kein Kunstbild. Aber da bin ich vielleicht ein bisschen ein Exot.“ Andere spielen am PC begeistert mit Farbe, Kontrast, Helligkeit und Effekten. Dazwischen hätten auch Anfänger und Schnappschüsse Platz, meint Manfred Hirt.„Aber man muss auf jeden Fall fotografisch sehen und ein Motiv aus dem Panorama lösen können.“ Zu den Fotospaziergängen ist jeder eingeladen. „Wir wollen zeigen, wie daraus ein Fotoabenteuer werden kann. Ein Gänseblümchen von unten sieht halt gleich ganz anders aus.“ Aber hochwertige Technik muss nicht sein. „Man kann mit jeder Ausrüstung außergewöhnliche Motive machen, wenn man nur mal in die Knie geht.“Hirt sagt: „Es gibt ganz einfache Tricks, die man einsetzen kann. Dieter Klockenhoff ist darin Meister.“ Das gilt beispielsweise für Lichtsäume am Haar oder an einer Blüte.„Das sind die Dinge, die man schon im Gespräch erfahren kann.“ Auch Rüdiger Herb, der erst vor wenigen Jahren zu den Fotofreunden fand, schätzt diese Anregungen: „Ich hab‘mir einen Wassertropfen an einem roten Gartenstuhl als Motiv gar nicht vorstellen können.“ Er hat sich ein Table-Top-Studio eingerichtet: Fotografieren in einer Lichtwanneoder einem Lichtzelt. „Man kann viel mit einfachen Mitteln machen, durch indirektes Blitzen oder Beleuchten.“ Und einige Fotofreunde haben viel Spaß beim Testen immer neuer Effekte. Für Themen wie Unterwasser- oder Astro-Fotografie holt sich der Verein aber Spezialisten von außen. Doch AV-Schauen (Audiovision) bleiben ein Schwerpunktder Fotofreunde. Sie entstanden aus den Dia-Schauen, die 2000 erstmals auch open-air einem breiteren Publikum gezeigt wurden. Die erste Schau „Fotofaszination“ wurde im Oktober 2000 in der Altbacher Ulrichskirche vorgeführt. Heute um 19 Uhr wird die  Ausstellung „Zehn Jahre Fotofreunde Altbach“ im Alten Rathaus Altbach durch  Bürgermeister Wolfgang Benignus eröffnet. Sie ist bis zum 27. März zu sehen.Dia/AV-Abende gibt es morgen und am 19. März jeweils um 19.30 Uhr in der Ulrichskirche. 

Link zum Originalbeitrag Esslinger Zeitung vom 12.03.2010